Pudelwohlblog

Heute mal beim Groomer

Waschen, schneiden, föhnen

Heute hat Frauchen es wieder mal gut mit mir gemeint. Bringt mich in die große Stadt, weil ihr ein paar Leute geflüstert haben, dort gäbe es eine Art Super-Groomer. Alle Hunde sähen danach sooo toll aus…

Ich sähe auch toll aus. Wenn wir mal im Hunde-Stübchen geblieben wären.

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War mal wieder fällig

Mehrfach hatte ich ja schon kundgetan, dass ich mit „Hundestübchen Claudia“ für mich und meinen Pudel den großen Fang gemacht habe. Das Frisieren geht schnell und professionell, Claudia ist kompetent auch bei anderen Fragen rund um den Hund (gelernte Tierpflegerin) und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolut topp.

Bereits in der Geschichte Das Haar ist ab hatte ich mir geschworen, NIE wieder einen anderen Hundefriseur aufzusuchen.

Aber selbst bedeutende Menschen der Geschichte haben schon Sätze gesagt wie:

„Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern, …“

Und so hab ich mal wieder einen Ausflug gemacht. Mit dem Hund. In eine Großstadt. Zu einem Groomer.

Es war einfach mal wieder fällig. Hat nix mit Claudia zu tun. Eher mit dem Gefühl, mir, bzw. dem Hund mal wieder was ganz besonders Gutes tun zu müssen.

Schließlich esse ich auch nicht immer nur Käsebrot. Darf ab und an auch mal was Ausgefallenes sein.

Lucky - DER Pudel mit zerzaustem Fell

Notwendig war er ja, der Besuch beim „Groomer“

 

Zotteliger Pudel

Den meisten Leuten ist gar nicht aufgefallen, dass Lucky – DER Pudel unbedingt mal wieder einen Termin beim Friseur braucht.

Vielen gefällt er mit diesem langen Haar ausgesprochen gut. Süüüß sagen sie, wenn sie den Hund so sehen.

Mir gefällt er mit kurzem Fell besser. Er hat dann so was „rattiges“.

 

 

 

 

Die Location

Nach halbstündiger Fahrt blieb mir auch diesmal mein Großstadtglück treu: Ich fand einen Parkplatz keine 20 m vom Salon entfernt. Da ich diesem Glück nie so recht traue plane ich seit Jahren unnötigerweise Zeit für die Parkplatzsuche ein. Lucky und ich waren also 30 Minuten zu früh vor Ort. Zeit, uns mal umzuschauen.

Von außen: Enttäuschend. Altes Eckhaus in der Stadt, nicht besonders gepflegt, naja. Aber darauf kommt es ja auch nicht an.

Als uns endlich die Tür geöffnet wird, treten wir ein in ein großzügigen Raum, alles weiß-pink gehalten. Bizarre, schreckliche, tolle, coole Pudel-Figuren stehen überall im Raum herum. Und JA, ich kann diesem Kram mittlerweile schon was abgewinnen.

Es darf nicht spießig-pudelig sein. Das ist doof. Aber schrill-pudelig, das ist cool. Und schrill-pudelig, das beschreibt den ganzen Laden ziemlich gut.

Mir fällt sofort auf, dass der Frisiertisch keinen Galgen hat. Find ich erstmal gut. Der Galgen kommt auf meiner schwarzen Liste gleich nach dem Maulkorb. Ziemlich doof, auch wenn man es manchmal braucht.

Weil ich ja ein netter Mensch bin weise ich den Hundefriseur darauf hin, dass Lucky schon manchmal „schnappt“, wenn ihm etwas nicht gefällt (wie immer vermeide ich das Wort „beißen“). Aber da hat der gute Mann überhaupt kein Problem mit. „Macht mir gar nichts“, ist alles, was er dazu sagt.

Die Behandlung

Ohne viel Umschweife geht es zur Sache. Ich bekomme meinen Platz in der Ecke zugewiesen, damit der Hund mich nicht sehen kann. „Am liebsten wäre es mir ja, Sie würden gehen, aber beim ersten Mal kann ich das schon verstehen, wenn Sie bleiben wollen“, so der Groomer. Also bleibe ich. 

Ob es so viel Sinn macht, dass der Hund mich nicht sehen soll, weiß ich nicht, denn natürlich riecht er, dass ich da bin und außerdem werde ich lautstark gefragt, ob das Ohrenzupfen erlaubt sei.

Kaum habe ich „Ja“ gesagt, fiept Lucky ganz erbärmlich. Und ich wäre am liebsten draußen auf der Straße und könnte mir einreden, dass es meinem Hund gut geht.

„Die Analdrüse? Was ist mit der? Soll ich sie drücken?“ Nein. Das braucht es nicht.

Im Hintergrund höre ich die Schere, meinen mittlerweile etwas leiser fiependen Hund und die beruhigende Stimme des Groomers. Er unterhält sich mit Lucky. Dieser scheint ganz still auf dem Tisch zu stehen. Ich höre kein Getrappel oder so. Ab und zu hechelt er ein bisschen. Normal, das ist die Aufregung.

Dann geht es für Lucky weiter. Auf dem Arm des pfeifenden Friseurs geht es in den Nachbarraum, in dem er dann gebadet wird. Jetzt geht es los. Kaum höre ich die Dusche, weint mein Hund erbärmlich. Während Lucky jammert, zerfließe ich im Wartebereich fast vor Mitleid und kann doch nichts tun.

Vom Gefühl her sind die beiden schon eine Ewigkeit im Bad verschwunden. Der Blick auf die Uhr sagt mir, dass wir überhaupt erst seit neun Minuten in diesem Hundesalon sind. Ziemlich kurze Ewigkeit.

Das anschließende Föhnen bringt den Hund, vor allem aber mich an meine Grenzen. Es hört sich an, als fahre ich mit dem Auto durch die Trockeneinheit der Waschstraße, aber mit geöffnetem Fenster. 

Frage an Claudia vom Hundestübchen: Ist Föhnen immer so laut?

Der Hund weint entsetzlich. Ein paarmal bin ich versucht, hinzugehen. Aber das würde es vermutlich nur noch schlimmer machen. Also bleibe ich in meiner Ecke und lenke mich mit diversen Katalogen ab. Hab ja schon lange keinen Hundemantel mehr gekauft…

Kurz bevor es mir das Herz zerreißt, ist die Prozedur beendet.

Die beiden kommen zurück und weiter geht es mit Schneiden. Maschine, Schere, Maschine. Auch die Krallen werden geschnitten.

Mittlerweile habe ich entdeckt, dass sich die beiden in einer der Vitrinen etwas spiegeln. Ich bin also heimliche Beobachterin des Ganzen.

Ein Hunde-Profi?

Was ich sehe, verwundert mich wirklich. Es gibt keinen Galgen, Lucky steht ohne Leine auf dem Tisch. Er wird gehalten mit der linken Hand, während die rechte Maschine oder Schere führt. Kurz habe ich Angst, er könnte vom Tisch fallen, aber dann fällt mir auf, dass Lucky nicht mal ansatzweise versucht, nach Schere, Maschine oder gar Hand des Groomers zu schnappen. Kaum zu glauben.

Das sollten mal die Hundefriseure sehen, die mir Lucky zurückgegeben haben mit der Bemerkung, dieser Hund sei „praktisch unbehandelbar“.

Vielleicht sind wir im Salon eines echten Hundeflüsterers gelandet. 

Naja, wenn ich es genau betrachte wird da nicht geflüstert. Der Hund bekommt klare Anweisungen. Wenn es sein muss, wird er gehalten. Und der Profi strahlt eine Energie aus, die gar nicht zulässt, dass der Hund an Beißen denkt. Es scheint in der Welt dieses Salons nicht mal vorstellbar zu sein. „Macht mir gar nichts“. Wie gesagt.

Mittlerweile ist der nächste Kunde mit seinem Herrchen gekommen. Die beiden setzen sich neben mich in den Wartebereich. 

Jetzt wird mir erst richtig bewusst, wie sehr mich das Fiepen und Jammern meines Hundes mitgenommen hat. Als ich nämlich gefragt werde, wie alt mein Hund ist, kann ich nicht antworten. Tränen schnüren mir die Kehle zu, so dass ich schweigend die fünf Finger meiner linken Hand zeige. „Ach je, ist es so schlimm?“, meint das Herrchen zu mir und ich kann mit letzter Kraft verhindern, dass ich im Salon einen Weinkrampf bekomme. „Aber warum sind Sie auch dageblieben? Wenn meiner dran ist, geh‘ ich immer spazieren“. Ja, das würde ich dann beim nächsten Mal vielleicht auch machen. 

Das Ergebnis

Endlich ist Lucky fertig. Er kommt um die Ecke, freut sich, dass er mich sieht. Ich freu mich auch. Er lebt noch!! Aber das Glücksgefühl, das ich immer in Claudias Stübchen habe, wenn mein Hund wieder so toll aussieht, das habe ich hier nicht.

Lucky - DER Pudel mit geschorenem Fell

Lucky nach dem Besuch beim Groomer. Es ist wirklich der gleiche Hund…

Leider nicht. Sogar gar nicht. Mein Hund sieht jetzt aus, wie ein Pudel. Aufgeplusterte Haare, er sieht aus und fühlt sich an, wie ein Plüschtier. Er hat ein kleines „Krönchen“ und wirkt extrem niedlich. Aber ich habe doch einen HUND, kein Stofftier.

Ausnahmsweise darf Lucky mir mal wieder in die Arme springen. Und dann rieche ich es: Der Hund riecht nicht mal mehr nach Hund. Er „duftet“ nach Vanille-Kokos. Plüschiger geht es ja kaum. Ich bin echt enttäuscht. Dafür der ganze Aufwand?!?

Dass ich tatsächlich doppelt so viel bezahlt habe, wie im Hunde-Stübchen, erwähne ich nur der Vollständigkeit halber.

 

Fazit

Dieser Ausflug hat sich nicht gelohnt. Der Laden hat vielleicht etwas mehr Pep, als das Stübchen. Alles witzig und ja, es gab einen Wartebereich mit Zeitschriften etc. 

Doch was nutzt mir das, wenn ich unglücklich bin mit dem Ergebnis?

Aber, um weiter mit Adenauer zu sprechen:

 „… nichts hindert mich, weiser zu werden.“

 

Manchmal braucht das nur ein wenig Zeit.

Hundestübchen! Claudia!! Wir kommen!!!

 

3 Kommentare

  • Ich gehe immer zur Züchterin zum Haareschneiden. Bin immer sehr zufrieden mit dem Ergebnis! Genauso wie du möchte ich kein Plüschtier haben und auch keinen „Schau“-Pudel…
    Lucky sieht als zotteliger Pudel total süß aus!! 🙂

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    • Frauchen von Lucky

      Das freut mich aber!!! Mir gefällt er zottelig genauso. Trotzdem bin ich manchmal hin und her gerissen, ob ich nicht doch mal… Pudelschnauze zumindest. Aber Krönchen, Bommelchen, oder irgendwelche Zöpfchen und so, das ist überhaupt nicht mein Ding.

      Deshab liebe ich ja das „Hundestübchen Claudia“… Ist im Text verlinkt, hier geht es nicht.

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  • Frauchen von Lucky

    Leider gelingt es mir noch nicht immer, schöne Fotos zu machen..Siehe zum Beispiel dieses Beitragsbild. Nächste Baustelle. Wird sich entwickeln. Sobald ich ein besseres Foto habe, tausche ich aus.

    Antworten

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